Erfolgreicher Praxisworkshop bei der asp-Tagung 2026 in Heidelberg
Im Rahmen der asp-Jahrestagung vom 14. bis 16. Mai 2026 am Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg durfte ich gemeinsam mit meiner Kollegin Alexandra Hofer (klinische Psychologin, Notfallpsychologin) den Praxisworkshop „Burnoutmechanismen in der Sportpsychologie verstehen und präventiv handeln“ gestalten. Wir ergänzten uns dabei sehr gut. Während meine Kollegin sehr erfahren in der klinischen Begleitung von Menschen mit Burnout ist, bringe ich die strukturelle Perspektive (Arbeits- und Organisationspsychologie) in die Thematik mit ein.
Der Workshop fand am dritten und letzten Tag der Tagung statt und war bereits im Vorfeld vollständig ausgebucht. Besonders erfreulich war das große Interesse von Masterstudierenden sowie erfahrenen und international tätigen Sportpsycholog:innen. Einige internationale Kolleg:innen fragten sogar kurzfristig nach zusätzlichen Plätzen, sodass wir – nach einigen spontanen Umorganisationen – weiteren Interessierten die Teilnahme ermöglichen konnten.
Sind Sportpsycholog immun gegen Burnout?
Mit dieser bewusst provokanten Frage starteten wir in den Workshop. Die zentrale Botschaft lautete: Sportpsycholog:innen sind nicht automatisch vor Burnout geschützt, nur weil Sie Psycholog:innen sind.
Auch sie bewegen sich in einem Spannungsfeld aus hohen Leistungsansprüchen, emotionaler Nähe zu Athlet:innen, Rollenkonflikten, häufigen Reisen, zeitlicher Verdichtung und strukturellen Anforderungen des Leistungssports. Gerade weil Sportpsycholog:innen, Athlet:innen und Trainer:innen bei der Prävention und Bewältigung psychischer Belastungen unterstützen, erscheint eine reflektierte Auseinandersetzung mit den spezifischen Belastungsmustern besonders wichtig.

Wissenschaftliche Fundierung und praxisnaher Transfer
Der Workshop verband theoretische Impulse mit interaktiven Methoden und kollegialem Austausch. Inhalte waren unter anderem:
- aktuelle Prävalenzstudien zu Burnoutsymptomen bei Psycholog:innen und Mental-Health-Professionals,
- zentrale Burnout-Modelle,
- arbeits- und organisationspsychologische Perspektiven,
- systemische Belastungsfaktoren im Leistungssport,
- konkrete Ansätze zur Burnoutprävention.
Im Mittelpunkt standen mehrere praxisnahe Fallvignetten, die in Kleingruppen bearbeitet und auf Flipcharts dokumentiert wurden. Die Teilnehmer analysierten mögliche Entstehungsmechanismen, identifizierten typische Symptome und erarbeiteten konkrete Präventions- und Interventionsansätze. Die Ergebnisse wurden anschließend im Plenum präsentiert und gemeinsam diskutiert.
Impulse statt Belehrung
Unser Anspruch war es nicht, fertige Antworten zu präsentieren, sondern einen strukturierten Reflexionsraum zu schaffen. Der Erfolg des Workshops beruhte wesentlich auf der hohen fachlichen Kompetenz und dem engagierten Austausch der Teilnehmer:innen. Besonders bereichernd war die Mischung aus Nachwuchskräften und international erfahrenen Expert:innen, die unterschiedliche Perspektiven und praktische Erfahrungen einbrachten.
Zum Abschluss leitete ich noch eine Meta-Diskussion mit der zentralen Frage ein: Was bedeuten diese Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Sportpsychologie?
Ein Thema mit Zukunft
Die hohe Resonanz auf den Workshop bestätigt, dass Burnoutprävention auch innerhalb der Sportpsychologie ein relevantes und bislang noch zu wenig diskutiertes Thema darstellt. Gleichzeitig zeigt sich, wie wertvoll die Verbindung von Sportpsychologie, Arbeits- und Organisationspsychologie sowie klinischer Psychologie für das Verständnis komplexer Belastungsdynamiken sein kann.
Ich bedanke mich herzlich bei allen Teilnehmer für ihr Interesse, ihre Offenheit und die zahlreichen fachlichen Impulse – sowie bei meiner Kollegin Alexandra Hofer für die hervorragende Zusammenarbeit.
Abschließend möchte ich noch meine Podcastfolge zum Thema „Burnout und Funktionieren“ vorstellen:

