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Der Mental Synergy- Effekt: Wie Sportpsychologie mit A&O-Psychologie interagiert!

Was haben die Sport-, Arbeits- und Organisationspsychologie gemeinsam und wie nutze ich diese Synergien für meine tägliche Arbeit? Auf den ersten Blick mögen meine beruflichen Tätigkeitsbereiche Leistungssport und Arbeitswelt sehr konträr erscheinen. Und ja, von außen betrachtet ist es auch sehr unterschiedlich. Doch eine wesentliche Gemeinsamkeit dieser beiden unterschiedlichen Welten wird gerne übersehen: In den Strukturen des Leistungssports als auch der Unternehmenswelt sind es letztendlich die Menschen, welche innerhalb eines Systems handeln und durch die Erbringung ihrer Tätigkeit (Fitnesstraining VS eine Haus bauen) eine Leistung mit einem bestimmten Ziel zu erreichen. Und Hürden, Herausforderungen, Frustration, Fallen, aber auch Belohnung und Anerkennung warten in beiden Systemen. Am Ende des Tages sollen all diese Aspekte nicht dem Zufall überlassen werden, weshalb es für mich als Berater und Trainer von unschätzbarem Vorteil ist beide Welten zu kennen.

Von der Sportpsychologie in die Welt der Unternehmen

Ursprünglich lag mein Fokus auf der Sportpsychologie. Doch im Laufe der Jahre sammelte ich immer aufs Neue interessante Erfahrungen und erweiterte auch stets mein Fachwissen (autodidaktisch sowie durch weiterführende Ausbildungen). Denn infolge meiner mittlerweile jahrelangen praktischen Tätigkeit als Sportpsychologe erkannte ich immer mehr, dass neben einem personenbezogenen Training auch die Umwelt (Verband, Verein, Team, Eltern, Medien, Freunde,…), in welcher die AthletInnen naturgemäß ausgesetzt sind, eine wesentliche Rolle in ihrer sportlichen Leistungsentwicklung spielen.

Immerhin bewegen sich SpitzensportlerInnen als auch NachwuchsleistungssportlerInnen fast durchgehend im System des Hochleistungssports. Klare Strukturen sind einerseits sinnvoll um den Weg zur sportlichen Exzellenz zu steuern, andererseits wirken diese auch psychisch auf die AthletInnen. Dies kann positive Auswirkungen haben, allerdings auch destruktiv wirken). Wenn ich dabei von Strukturen spreche, meine ich nicht nur die zeitlichen Abläufe durch die Trainingspläne.

Strukturen in Organisationen wirken auch psychisch auf die AthletInnen

Zu den Strukturen in Verein, Verband bzw. Team zählen auch…

  • Machtverhältnisse (z.B. Vereinspräsident oder Sponsoren),
  • Regeln (z.B. wie wird mit Unpünktlichkeit umgegangen),
  • Kultur (z.B. wie feiert man einen Sieg oder wie verarbeitet man eine Niederlage; Beziehung zu Fair-Play),
  • Sprachkultur (z.B. sexualisierte Gewalt, Stereotype bei Herkunft, Rassismus),
  • Entscheidungsprozesse (z.B. Wer trifft die Entscheidungen?, Inwiefern werden AthletInnen in Entscheidungsprozesse eingebunden?, Wie transparent sind Entscheidungsprozesse?, Wie wird Regelbruch sanktioniert?),
  • Kommunikationsstruktur (z.B. Wer kommuniziert was?, Wem wird was kommuniziert und wer erfährt nichts?) oder der
  • Wertestruktur (z.B. Wofür erhalten AthletInnen Anerkennung? Für Leistung, lustige Witze, soziale Unterstützung, Fair Play?).
  • Sonstige Stukturaspekte (z.B. Medien)

Nur nicht vernachlässigen: Zielförderliche Rahmenbedingungen und Strukturen schaffen

All diese Faktoren sind Teil einer Struktur und haben auch Auswirkungen auf die AthletInnen selbst. Nicht nur auf deren Wohlbefinden, sondern auch auf deren Emotionen, Kognitionen, Gefühle und dem letztendlichen Verhalten. Das Ausmaß der Auswirkungen hängt auch von der Persönlichkeit der AthletInnen ab und benötigt daher eine Kultur eines differenzierten und individualisierten Umgangs mit den AthletInnen, welches auch im Leitbild festgeschrieben sein sollte. In ungünstigen Fällen kann dies zu Leistungsminderung, Unlust, Fehlzeiten, psychischen Erkrankungen/Störungen, Vereinswechsel oder zu Drop-Outs führen.

Dies sind zahlreiche Gründe auch als Sportpsychologie stets die Rahmenbedingungen und Strukturen im Blick zu haben. Doch ich alleine werde die Bedingungen nicht ändern können, sonder kann im Rahmen meiner Rolle nur darauf hinweisen und Veränderungen anstoßen. Daher ist eine professionelle Einbindung der Entscheidungsträger und eine gemeinsame Gestaltung der Strukturen und Prozesse wichtig um im Sinne der AthletInnen bestmögliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Was wir aus dem Spitzensport für unser Unternehmen lernen können!

Vortrag

Haben Unternehmen und der Leistungssport in Bezug auf die dahinterliegende Psychologie etwas gemeinsam? Ganz schön viel! Als seit vielen Jahren in der Praxis tätiger Sportpsychologe und meiner jahrelangen Erfahrung mit Unternehmen in meiner Funktion als Arbeitspsychologe kenne ich beide Welten. Theoretisch und Praktisch! In beiden Welten – Sport und Wirtschaft – sind die handelnden Menschen die zentralen Schaltstellen einer jeden Organisation. Und in beiden Welten geht es um Leistung, Sinn sowie sozialen Erfahrungen – und noch viel mehr! In diesem Impulsvortrag hören werden Sie keine unkreativen Motivationssprüche wie „Die Firma ist ein Fußballplatz hören!“, sondern ich berichte von den psychologischen Gemeinsamkeiten beider Welten. Der Sport, als auch die Wirtschaft können voneinander lernen um die eigene Organisation noch besser zu machen. Lernen Sie von den Besten und machen Sie ihr Unternehmen zukunftsfit!

Mein Upgrade als Sportpsychologie: Die A&O- Psychologie

Eine große Hilfe ist mir dabei die Arbeits- und Organisationspsychologie. Vorteilhaft in meiner Tätigkeit als Sportpsychologe ist hierfür, dass ich meine Abschluss in Psychologie auch in diesen Bereichen gemeistert habe und mir umfangreiches Fachwissen aus der Arbeits- und Unternehmenswelt angeeignet habe. Denn die A&O-Psychologie bietet mir wissenschaftlich fundierte hilfreiche Werkzeuge und Best-Practice Modelle wie ich die sportlichen Rahmenbedingungen gemeinsam mit den anderen Verantwortlichen und EntscheidungsträgerInnen (Präsident, Trainer, Athleten) zugunsten einer höheren Performanz gestalten kann.

Aus meiner Erfahrung und meinem Fachwissen (vor allem aus den Sportwissenschaften) heraus sollte es in diesen Gestaltungsprozessen nicht NUR um die Leistung um jeden Preis gehen. Alles andere auszublenden (z.B. Gefahr des Übertrainings, Depressionen, toxische Machtstrukturen innerhalb von Teams, Drop-Outs, …) wäre aus vielen Gründen kurzsichtig. Zwar ist dies sportlicher Erfolg das ultimative Endziel (z.B. Erfolg bei olympischen Spielen), jedoch lässt sich das Endziel besser erreichen, wenn auch auf z.B. die Gesundheit der AthletInnen geachtet wird. Denn was nützt es den AthletInnen sich frühzeitig abzunutzen (z.B. durch unangemessene und überharte Trainings und fehlenden Regenerationsphasen). Wenn der Ethos des unabdingbaren Erfolgs zu groß wird, kann es auch passieren, dass bereits JugendsportlerInnen unnötige schwere Verletzungen riskieren, obwohl deren Leistungsentwicklungspotential noch lange nicht ausgeschöpft (z.B. bei sogenannten Slow-Respondern, welches auch genetisch verankert ist, dass diese langfristig verzögert auf Training reagieren).

Die Synergie: Der Sport hilft mir im Wirtschaftsbereich

Da ich nicht ausschließlich im Sport tätig bin, sondern auch im Arbeits- und Wirtschaftbereich, gilt dieser Synergie-Effekt auch in die umgekehrte Richtung. Denn ein gutes Jahrzehnt war ich im Sport als Sportwissenschafter tätig und seit 2014 auch als Sportpsychologe im (Nachwuchs-)Leistungssport. Seit vielen Jahren berate ich Unternehmen und auch staatliche Organisationen in unterschiedlichen Fragestellungen um die Digitalisierung, Qualifizierung, Gesundheit, Motivation und Leistung der MitarbeiterInnen nachhaltig zu ermöglichen.

Der Großteil der Umsetzung findet dabei in Trainings in Form von Vorträgen, Seminaren, Workshops und seit dem Frühjahr 2020 auch in Form von Webinaren statt. Als ein quasi aus dem Sport kommender Arbeitspsychologe nutze ich auch meine erworbene Expertise aus dem Sport um die MitarbeiterInnen zu gesundheitskompetenten und gleichzeitig leistungsmotivierten Verhalten zu trainieren. Die Themen sind dabei sehr vielfältig: Neben Gesundheitsprogrammen und dem Training digitalmentaler Kompetenzen greife ich immer wieder auf (anonymisierten) Beispiele aus der Sportwelt zurück um hier die Parallelen zwischen den Welten aufzuzeigen. Denn Leistung passiert nicht nur im Sport, sondern auch in der Arbeitswelt. Und wichtig ist mir dabei, dass dies unter dem Vorzeichen körperlicher und mentaler Gesundheit möglich ist.

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